ability@work - Abschlusstagung am 10. Juni im Haus Philippus in Waiern
Konzepte und Verfahren für eine berufsfeldübergreifende, betriebsnahe Qualifizierung für Menschen mit Behinderung.
Seit zwei Jahren läuft das EU-Projekt „ability@ work“, an dem Vertreter von Institutionen aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich teilnehmen. Am 10. Juni fand im Haus Philippus in Waiern die große Abschlusstagung statt. Diskutiert und Präsentiert wurden dabei Ergebnisse und Konzepte, die in den letzen zwei Jahren erarbeitet wurden.
Im Projekt „ability@work“ stehen Aktivitäten im Mittelpunkt, welche die Integration von Menschen mit Behinderung im allgemeinen Arbeitsmarkt fördern und unterstützen. Dazu gehören Konzepte zur Umsetzung einer berufsfeldübergreifenden und betriebsnahen bzw. betriebsintegrierten Qualifizierung der genannten Zielgruppe. Diese Konzepte wurden und werden in der Praxis erprobt und evaluiert und es wurden allgemeingültige Qualitätsstandards formuliert. Die Zielgruppe nimmt in Projekten und Einrichtungen an Maßnahmen zur beruflichen Bildung im Rahmen einer Erstausbildung teil.
Der besondere Schwerpunkt liegt bei Menschen mit einer geistigen und/oder psychischen Behinderung sowie bei Auszubildenden und Beschäftigten mit Lernbeeinträchtigungen. Ziel ist die Verbesserung der Teilnahme am Arbeitsleben. Dabei werden angemessene Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit als integraler Bestandteil der Ausbildung bzw. Qualifizierung berücksichtigt. Es soll eine personenorientierte, dialogisch sowie Prozess- und kontextorientiert gekennzeichneten Qualifizierung verfolgt werden. Damit wollen wir die Umsetzung der Grundsätze der UN-Konvention als visionäres Anliegen nachhaltig fördern.
Die beteiligten Länder Deutschland, Niederlande und Österreich (vertreten durch die Diakonie Kärnten und autArK) bieten unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen der beruflichen Qualifizierung und Erstausbildung von Menschen mit Behinderung. Das gilt z.B. für den sozialpolitisch-rechtlichen Rahmen oder fachlich-konzeptionellen Entwicklungen. Vor diesem Hintergrund wurde durch die Lernpartnerschaft „ability@work“ die Möglichkeit geboten, die unterschiedlichen nationalen Wege zu identifizieren, darzustellen und neue Impulse aufzugreifen. Übertragbare Ergebnisse und Produkte dienen der Weiterentwicklung der beruflichen Bildung im Bezug auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Um nun den Anspruch der Integration in den 1. Arbeitsmarkt zu realisieren, haben Workshops, die abwechselnd in den beteiligten Ländern stattfanden, und bilaterale Treffen gezeigt, dass sich alle Qualifizierungs- bzw. Ausbildungsmaßnahmen unbedingt an den realen Anforderungen der Arbeitswelt orientieren müssen. Die Arbeitswelt von morgen wird durch neue wirtschaftliche, demografische und gesellschaftliche Entwicklungen beeinflusst. So werden neben Fachkenntnissen vermehrt soziale Arbeitskompetenzen gefragt, was im gesamten Ausbildungsprozess ständig umgesetzt werden muss.
In Bezug auf die betrachtete Zielgruppe bedeutet „berufsfeldübergreifende und betriebsnahe Qualifizierung/Ausbildung“ das Lernen in der betrieblichen Echtsituation. Menschen mit Behinderung müssen vermehrt die Komfortzone Beschäftigungstherapie verlassen. Weiters müssen die Lernmaßnahmen individuell gestaltet, die institutionellen Angebote durchlässiger gemacht werden.
Das Projekt „ability@work“ wurde im Rahmen der Leonardo da Vinci – Partnerschaften umgesetzt Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Attraktivität und Qualität der beruflichen Bildung zu steigern, die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer europäischer Instrumente zu ermöglichen, sowie die Einbindung aller InteressensvertreterInnen zugänglich zu machen. Finanziert wurde es mit Unterstützung der Europäischen Kommission.
Gefördert durch:
Rückfragen: Diakonie Kärnten Harbacher Straße 70 9020 Klagenfurt