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Das verlaufsorientierte Therapiekonzept
Das verlaufsorientierte Therapiekonzept "de La Tour"

Das Konzept der österreichischen Sonderkrankenanstalten zur Behandlung von Abhängigen basiert auf einer Fülle unterschiedlicher Therapieangebote, die an ein stationäres Setting, an die Aufenthaltsdauer und an die individuellen Gegebenheiten des Patienten angepasst sind. Insgesamt entsprechen die Behandlungsrichtlinien einem ganzheitlichen, integrativen Ansatz.

Das Behandlungskonzept im Krankenhaus de La Tour beinhaltet neben einer organmedizinischen Versorgung eine den individuellen Bedingungen und Voraussetzungen des Patienten angepasste verlaufsorientierte Psychotherapie der Abhängigkeit (Scholz).

Darüber hinaus hat sich das Krankenhaus de La Tour seit 1987 als österreichweit versorgendes Kompetenzzentrum zur Behandlung von Spielsüchtigen etabliert und dafür ein eigenes Therapiekonzept entwickelt (Quantschnig, Zingerle).


Zu den wichtigsten Behandlungsgrundsätzen zählen:

  • Unterbrechung des Abhängigkeitsprozesses
  • Körperliche und seelische Stabilisierung
  • Erarbeitung einer positiven Einstellung zur Suchtmittel-Abstinenz
  • Wiedererlangung bzw. Erarbeitung von Problemlösefertigkeiten ohne Einsatz von Suchtmitteln
  • Entwicklung eines neuen Gesundheitsbewusstseins und Änderung des Lebensstils
  • Einbeziehung der Angehörigen bzw. wichtiger Bezugspersonen
  • Motivation zu einer ambulanten Langzeitbehandlung

Das Behandlungsprogramm in unserer Abteilung konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Aufgabenbereiche, denen eine verbindliche Analyse des Krankheitsbildes jedes Patienten vorausgeht:

1. Die Anpassung der Behandlungsmaßnahmen an die im Verlauf der Therapie auf den Patienten zukommenden seelischen Krisen, späten Entzugserscheinungen und Rückfallsmechanismen im Sinne einer verlauforientierten Therapie.

2. Die Vermittlung des charakteristischen phasenhaften Rückbildungsverlaufes einer Abhängigkeitserkrankung. Die einzelnen Verlaufsab- abschnitte lassen sich wie folgt definieren:

  • Akute Entzugsphase
  • Entwöhnungsphase
  • Erste Erhohlungsphase
  • Phase der Getriebenheit
  • Latenzphase
  • Stabilisierungsphase

3. Der therapeutisch sinnvolle Umgang mit Rückfallsepisoden. Zweck der intensiven Auseinandersetzung mit der Möglichkeit eines Rückfalls ist die Entwicklung eines individuellen Frühwarnsystems, mit dessen Hilfe die eigene Gefährdung bzw. Risikosituationen besser identifiziert und erfolgreiche Bewältigungsstrategien entwickelt werden können.

Damit sollen die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten hervorgehoben und so einer individuellen Behandlung zugänglich werden.

Nach Beendigung der achtwöchigen stationären Behandlung steht vor allem die ambulante Weiterbetreuung über einen etwa zweijährigen Zeitraum im Vordergrund unserer therapeutischen Bemühungen. Das Gesamtziel unseres Therapiekonzeptes besteht demnach keinesfalls nur im "Entzug" von Suchtmitteln, vielmehr sollte der Patient im Verlauf der therapeutischen Zusammenarbeit an Lebensqualität gewinnen und eine höhere Belastbarkeit gegenüber Krisen und Schwierigkeiten des Alltagslebens für sich erreichen.