In der Diakonie Kärnten sind derzeit 29 Zivildiener beschäftigt. "Wir würden mit Freuden noch weitere 20 aufnehmen. Jedes Haus bei uns ist mehr als froh über diese Hilfe. Zivildiener sind aus der täglichen Arbeit nicht wegzudenken, sie sind wertvolle Mitarbeiter", erläutert Pfarrer Mag. Hubert Stotter, Rektor der Diakonie Kärnten die aktuelle Situation.
Neben den Zivildienern sind auch 22 junge Menschen im Einsatz, die ein diakonisches oder freiwilliges soziales Jahr absolvieren. "Die Arbeit der Zivildiener zur Gänze durch solche Helfer zu ersetzen dürfte jedoch nicht möglich sein. Hier gilt es, in Zukunft mehr Interessenten anzusprechen. Ohne Freiwilligkeit und ehrenamtliche Unterstützung kann ich mir die Erfüllung notwendiger Aufgaben im Sozialbereich aber kaum vorstellen," so Stotter.

Zivildiener Thomas Androsch im Pflegeheim de La Tour
In vielen diakonischen Einrichtungen warten auf die jungen Männer Aufgaben, die eine enorme Herausforderung bedeuten. "Man wird mit Dingen konfrontiert, die man ansonsten verdrängt - Alter und Krankheit war für mich früher kein Thema. Im Altenheim kommt man damit unweigerlich in Kontakt", erzählt Thomas Androsch, derzeit im Altenheim Elvine in Treffen im Einsatz. "Man lernt diese Dinge zu akzeptieren, mit ihnen richtig umzugehen. Ich sehe meine Arbeit als Zivildiener als große Bereicherung für mein Leben und spüre, dass ich mich persönlich sehr weiterentwickelt habe."
Gemischte Gefühle hätten ihn überkommen, als er erfuhr, dass er seinen Dienst im Altenheim absolvieren würde, meint Androsch weiter: "Ich war mir nicht sicher, was mich erwarten würde, aber ich dachte, es wird sicher auch nett." Nett dürften die Bewohner ihren "Zivi" wohl in der Tat finden, bei der Weihnachtsfeier wurden gemeinsam einige Lieder angestimmt...

Zu Androschs Aufgabenbereichen zählen vorwiegend Begleitdienste (etwa Fahrten ins Krankenhaus), hauswirtschaftliche Hilfeleistungen (Geschirr, Wäsche …) und die Beschäftigung mit den Bewohnern (mit ihnen reden, spielen, spazieren gehen).
Alltag im Altenheim bedeutet jedoch auch Gespräche mit Angehörigen, Sterbebegleitung, Trauerarbeit. Wenn ein Zivildiener möchte, wird er im Haus Elvine auch dabei eingebunden. Mit Sicherheit keine einfache Aufgabe aber "Akzeptanz erleichtert die Arbeit. Und es gibt Tage, da hat man richtig viel Spaß, die Leute sind einfach super", resümiert Androsch. Viereinhalb Monate wird er noch als "Zivi" im Einsatz und für jene da sein, die von der Gesellschaft häufig vergessen werden und wertvolle Erfahrungen fürs eigene Leben mitnehmen.

"Der Zivildienst ist eine große Bereicherung fürs Leben".
Zivildiener Thomas Androsch