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Stiftung de La Tour
Gott ist für alle da -
Das Lebenswerk der Gräfin Elvine de La Tour


Elvine Gräfin de La Tour gehört zu jenen herausragenden Gestalten des österreichischen Protestantismus, die durch ihr Wirken unverwischbare Spuren hinterlassen haben. Noch heute trägt die weit über Kärnten hinaus bekannte Stiftung in Treffen ihren Namen. Aus dem Geist christlicher Nächstenliebe hatte sie in einer Zeit, die für soziales Denken noch kaum aufgeschlossen war, mit ihrem Werk eine Pioniertat vollbracht, die in ihrer zukunftsweisenden Bedeutung erst von der Nachwelt in vollem Ausmaß erkannt wurde.

Mehr als den meisten ihrer Zeitgenossen war ihr angesichts der herrschenden sozialen Missstände zu Bewusstsein gekommen, dass christlicher Glaube sich durch die Tat am notleidenden Mitmenschen bewähren müsse. Auf diese Weise waren jene Anstalten entstanden, die man das österreichische "Bethel" nennen könnte.

Elvine Ritter, wie sie ursprünglich hieß, entstammte einer angesehenen Familie, aus der schon in der Reformationszeit eine RElvine_de_La_Tour.jpgeihe namhafter Prediger, Gelehrter und Theologen hervorgegangen waren. Einer von ihnen, Matthias Ritter, hatte die in lateinischer Sprache verfasste Lebensgeschichte Martin Luthers von Melanchthon ins Deutsche übersetzt. Im späten 18. Jahrhundert hatten sich dann die Vorfahren Elvines als Kaufleute in Triest niedergelassen. Christoph Ritter, der sich während der Napoleonischen Kriege durch ein wagemutiges Unternehmen ausgezeichnet hatte, war schließlich vom Kaiser in den Adelstand erhoben worden. Als Elvine am 8. Dezember 1841 in Görz geboren wurde, zählte ihr Vater zu den wohlhabendsten Handelsherrn der Donaumonarchie. Die Familie war jedoch ihrem evangelischen Glauben treu geblieben und hatte auch an der Wiederbelebung des Protestantismus in Österreich wesentlichen Anteil. Dieser tatkräftige Unternehmungsgeist, der ein Erbteil ihrer Väter war, kennzeichnete auch die Persönlichkeit der Gräfin de La Tour.