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Montessori-Zentrum de La Tour an Kinder übergeben
Am Freitag, dem 24.10.2008 ist das Montessori-Zentrum de La Tour der Diakonie Kärnten in Treffen an die Kinder übergeben worden. Das Zentrum besteht aus der Ich-Du-Wir Kindergruppe, der Montessori Volks- und Hauptschule sowie dem Hort.

Text und Fotos vom ORF Kärnten

 

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Montessori-Zentrum an Kinder übergeben
Am Freitag ist das Montessori-Zentrum de La Tour in Treffen von der Diakonie Kärnten offiziell an die Kinder übergeben worden. Das Zentrum mit Spiel- und Kindergartengruppen, Volks- und Hauptschule sowie Schülerhort ist einzigartig in Kärnten.
  
Zwei große Frauen: Maria Montessori und Gräfin Elvine de La Tour. Ihnen lagen vor allem die Kinder am Herzen.   

 

Die wohltätige Gräfin Elvine de La Tour
Insgesamt werden derzeit 200 Kinder im Alter von ein bis 15 Jahren in den verschiedenen Bereichen betreut und unterrichtet. Die Wartelisten für alle Einrichtungen sind lang. Am 24. Oktober erfolgte nach Umbau- und Adaptierungsarbeiten die feierliche Schlüsselübergabe an die Kinder und die Einweihung der Gebäude samt Segen von Superintendenten Manfred Sauer. Insgesamt wurden 2,2 Millionen Euro investiert, je zur Hälfte vom Land Kärnten und der Diakonie finanziert.

 

Die Feier fand - zufällig - am Jahrestag eines anderes Ereignisses statt: Exakt am 24. Oktober 1895, vor 113 Jahren, wurde die erste evangelische Schule in Treffen von der Gründerin der Stiftung de La Tour, Elvine de La Tour, eingeweiht. Auf einem Gedenkstein ließ Elvine eingravieren: "Gewidmet den Kindern Kärntens". Die Liebe zu Kindern verband die wohltätige Gräfin mit Maria Montessori, allerdings in verschiedenen Jahrhunderten.

 

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Das neue Montessori-Zentrum liegt direkt neben dem vor einigen Jahren neu errichteten Kinderheim.
  
"Heute muss man Inhalte anbieten"
Der Rektor der Diakonie Kärnten, Hubert Stotter, dessen Tochter selbst nach Montessori-Pädagogik unterrichtet wurde: "Wir haben einen klaren Bildungsauftrag. Heute muss man Inhalte anbieten. Wir setzen auf die Reformpädagogik mit Montessori-Schwerpunkt, weil es von Seiten der Eltern ein starkes Bedürfnis danach gibt. Wir haben viele Anmeldungen und lange Wartelisten. Die Kinder bestätigen den Erfolg des Montessori-Schwerpunktes, denn wir wissen von den Eltern, dass sie nicht die Tage bis zu den Ferien zählen, sondern die Tage, bis die Schule endlich wieder anfängt. Das zeigt, dass sie sich bei uns wohlfühlen und auch gut aufgehoben sind."
 
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"Alle sind willkommen"
Stotter betonte, dass die Schulen sich durch die Trägerorganisation Diakonie zwar konfessionell nennen und nach christlichen Grundwerten geführt werden, doch es seien alle Kinder willkommen. Egal, ob sie einer anderen Glaubensrichtung oder auch gar keinem Glauben anhängen. Stotter: "Für uns ist nicht die Konfession wichtig, sondern die vorurteilsfreie Wertschätzung aller Menschen. Wir sind keine Klosterschule und haben kein 'Kasteldenken'."

 

Möglich wurde das Schulzentrum nur durch das Engagement einiger Eltern, die vor fast 16 Jahren zusammenfanden und eine erste, provisorische Kindergruppe nach Montessori-Pädagogik bildeten. Nach ein paar Jahren wurde die erste Privatschule gegründet, die Stiftung de La Tour fungierte damals lediglich als Vermieter. Nun ist alles in Treffen zusammengewachsen. Von Anfang an dabei war Edith Verderber, heute die Leiterin der Montessori-Kindergruppe de La Tour.
  
"Aufgabe" der Eltern bei der begleitenden Spielgruppe: Die Kinder möglichst wenig abzulenken und zu stören. "Getratscht" wird nur im Elternraum, die Kinder brauchen Ruhe.   

 

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Montessori auch auf Babys anwendbar
Verderber:" Das Zentrum ist der vorläufige Höhepunkt einer Idee. Aus der ersten Kindergruppe entstand die heutige Ich-Du-Wir-Gruppe. Das alles konnte nur durch das Vertrauen der Eltern wachsen. Ich war zunächst als Kindergärtnerin mit dabei, habe dann auch gleich die Montessori-Ausbildung gemacht. Wir betreuen heute Kinder in der Gruppe der Ein-bis Dreijährigen, das war ein Auftrag des Landes. Für die ganz Kleinen wenden wir die Emmi-Pikler-Methode des Umsorgens an. Dann gibt es die Gruppe für die Drei- bis Sechsjährigen und auch Spielgruppen mit Elternbegleitung.
  
Montessori setzt Grenzen, aber innerhalb der Grenzen können sich die Kinder frei entfalten. 

 

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"Keine antiautoritäre Erziehung"
Verderber räumt mit einigen Vorurteilen auf: "Uns wird von weiterführenden Schulen bestätigt, dass die Kinder, die von uns kommen, sehr gut auf die anderen Schulen vorbereitet sind. Vor allem in der Sozialkompetenz sind sie sehr gut. Montessori heißt auch nicht, dass Kinder tun können, was sie wollen. Es ist keine antiautoritäre Erziehung."

 

"Montessori-Pädagogen haben die Aufgabe, die Kinder zu beobachten und zu begleiten und ihnen zu geben, was sie gerade brauchen. Die Bedürfnisse der Kinder stehen im Mittelpunkt. Man kann sagen, wir gewähren größtmöglichen Freiraum, aber immer im Bezug zur Umwelt." Es gibt also klare Grenzen, innerhalb derer sich die Kinder unbeschwert bewegen können. Das Motto lautet "Hilf mir, es selbst zu tun."


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Schmuck verkauft, um Schule zu bauen
In seiner Eröffnungsrede wies Rektor Hubert Stotter auf die Großzügigkeit von Elvine de La Tour hin, die auch heute noch Vorbild sei. Um die erste Volksschule 1891 überhaupt bauen zu können, war sie auf Spenden angewiesen. Als zu wenig zusammenkam, verkaufte sie ihren letzten Schmuck.

 

1902 kaufte Elvine den Kreinerhof (heute das Schulzentrum) für die Betreuung alter Menschen. Doch ein Pfarrer erzählte ihr von heimatlosen Kindern, um die sich keiner kümmerte. So zogen die Kinder in den oberen Stock ein, und die alten Menschen wurden im Erdgeschoß betreut.
  
Alternative kostet Geld
Die alternative Pädagogik hat allerdings auch ihren Preis. So beträgt der Elternbeitrag für die Volksschule maximal 170 Euro pro Monat, zwölf Mal zu entrichten. Hefte, Bücher und Sprachlehrer "native speaker" sind inbegriffen.

Der Kindergarten kostet pro Monat ca. 140 Euro, abzüglich dem Landesanteil.
 
Kinder werden respektiert
Montessori-Pädagogik bedeutet, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu respektieren, ihnen achtsam zu begegnen und sie auf ihrem Entwicklungsweg liebevoll und hilfsbereit zu begleiten. Unter diesen Gesichtspunkten ist es möglich, Kindern eine "vorbereitete Umgebung" zu schaffen, in der sie nach ihren ganz persönlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen tätig werden können, eine Tätigkeit, die Voraussetzung ist für Entwicklung und Lernen. (aus: www.montessori.at)